17.12.2008
Telekom-Wettbewerber gewinnen Prozess um "letzte Meile"
Die Bundesnetzagentur hat den Mietpreis für die so genannte letzte Meile offenbar falsch berechnet. Das stellte jetzt das Verwaltungsgericht Köln fest und gab in dem seit 1999 laufenden Verfahren mehreren Wettbewerbern der Telekom Recht.
Düsseldorf/Oldenburg/Köln (red) - Versatel und Ewe Tel hatten zusammen mit anderen Wettbewerbern im Jahr 1999 die vom Regulierer festgesetzten Preise für die Leitung zum Kunden ("letzte Meile") beanstandet. Die Behörde muss den Preis für die Überlassung von Telefonleitungen an Wettbewerber nun neu festsetzen.
Konkret wurde bemängelt, dass die Entgeltgenehmigung der Bundesnetzagentur ausschließlich auf Basis der Wiederbeschaffungskosten ergangen war. Somit wurde das Netz der Deutschen Telekom so bewertet, als sei es zum Genehmigungszeitpunkt 1999 neu erstellt worden. Richtigerweise hätten jedoch auch die tatsächlichen Kosten berücksichtigt werden müssen, die zu niedrigeren Kapitalkosten und damit zu niedrigeren Überlassungsentgelten geführt hätten.
Im Frühjahr 2009 wird wieder über den TAL-Mietpreis entschieden, der derzeit 10,50 Euro beträgt. Bei Ewe Tel erwartet man nun eine deutliche Absenkung des Preises. Geschäftsführer Hans-Joachim Iken sprach sich nachdrücklich für eine Koexistanz beider Modelle aus, dem TAL-Modell, also der Mietleitung zum Kunden, und den Investitionen in Glasfaser. Da der Glasfaser-Ausbau seine Zeit brauche, sei für die kommenden Jahre das TAL-Modell mindestens so wichtig wie bisher.
Auch Versatel-Chef Peer Knauer hofft auf eine Absenkung des TAL-Mietpreises. Eine Absenkung der Gebühr würde in erster Linie zu einer Kostenersparnis führen, betonte Knauer. Dies bringe die Unternehmen in eine bilanziell stärkere Position, um in das eigene Glasfasernetz zu investieren und so den Infrastrukturwettbewerb in Deutschland voranzutreiben.
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