19.11.2009
T-Aktionäre nicken Fusion von Fest- und Mobilsparte ab
Die Aktionäre der Deutschen Telekom haben der Zusammenlegung des deutschen Mobilfunk- und Festnetzgeschäfts erwartungsgemäß zugestimmt. Die Maßnahme sei allerdings überfällig.
Hannover/Bonn (ddp/red) - Die Maßnahme sei wichtig und richtig, allerdings auch überfällig, sagte Marc Tüngler von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) auf der Aktionärversammlung. Der Beschluss war eigentlich nur eine Formalie, da der Konzern bereits seit Juli über sein Geschäft unter der neuen Struktur berichtet.
Für die Zusammenlegung von T-Home und T-Mobile stimmten 99,95 Prozent der Aktionäre, wie eine Sprecherin sagte. Das neue Unternehmen, das durch den Zusammenschluss entsteht, solle im ersten Halbjahr 2010 an den Start gehen.
Die Kunden würden dann neue Angebote erwarten. Konzern-Chef Obermann erklärte, durch die Zusammenlegung könne die Telekom den Kunden künftig besser Angebote "aus einer Hand" machen und verstärkt zugleich Handy-, Telefon- und Internetverträge anbieten.
"Unsere Kunden fordern Produkte, die ihnen ein stärker vernetztes Leben ermöglichen", erklärte Obermann. Verbraucher wollten digitale Inhalte unkompliziert und in guter Qualität ohne große Probleme über verschiedene Geräte abrufen können - etwa unterwegs über das Internet-Handy und zu Hause am Computer. Basis dafür sei eine Zusammenlegung des Festnetz- und Mobilfunkgeschäftes.
Um in Zukunft bei der Kundschaft punkten zu können, müsse die Telekom auch gute Preise bieten, erklärte Obermann. "Kunden zahlen keine überhöhten Preise - sie wollen Angebote, die ihren Preis wert sind." Verbraucher würden Tarife zunehmend kritisch vergleichen. Deswegen müsse die Telekom ihre Kosten senken.
Nur ein Fünftel der 29 Millionen Telekom-Kundenhaushalte hätten heute sowohl einen Festnetz- als auch einen Handy-Vertrag, teilte die Telekom mit. Hier sehe der Konzern großes Potenzial. Kunden mit Mobilfunk- und Festnetzvertrag seien zudem deutlich treuer, die Kündigungsrate liege deutlich niedriger als bei Kunden in nur einem Geschäftsfeld. Konkurrenten der Telekom haben dies schon länger erkannt und ihr Handy- und Festnetzgeschäft bereits stärker verzahnt als der frühere Staatskonzern.
Ähnliche Nachrichten
Telekom-Spitzelaffäre: Zumwinkel steht vor Anklage
Im Trend: Komplettanschlüsse alternativer Anbieter
Telekom-Zahlen liegen leicht über den Erwartungen
Streit um Telefonauskunft geht vors EU-Gericht
Telekom weist Nachlässigkeit in der Datenaffäre zurück (Upd.)
Telekom plant Krisengipfel zum Datenschutz
Telekom-Daten gelangten über dubiose Kanäle ins Ausland
Telekom-Chef fordert maßvolle Managergehälter
Telekom verhängt Strafen gegen Vertriebspartner












