18.12.2009
Soldaten-Software: Mit dem iPhone in den Krieg
Das beliebte iPhone könnte möglicherweise bald auch auf Schlachtfeldern zum Einsatz kommen. An der neuen Software sollen aber nicht nur das Militär, sondern auch zivile Firmen sehr interessiert sein.
San Francisco (afp/red) - Die US-Rüstungsfirma Raytheon stellte am Mittwoch eine Software vor, mit der Soldaten mit Hilfe des Multimedia-Handys die Position feindlicher und eigener Truppen in Echtzeit lokalisieren können. Durch multimediale Funktionen wie GPS-Karten, Audio- und Textnachrichten, Planungssoftware und Notruf-Einrichtungen sollen die Soldaten demnach ihre Strategie im Kampf der aktuellen Situation anpassen können.
Die Anwendung One Force Tracker (OFT) setzt nach Angaben des Rüstungskonzerns auf Funktionalitäten des iPhone und des iPod Touch auf, wie einem schnellen Internetzugang, GPS-Anbindung und Beschleunigungsmessern, die Bewegungsrichtungen im Gelände anzeigen können. Die Soldaten könnten sich mit der Software etwa über mögliche Positionen von Scharfschützen und Rückzugsgebiete austauschen - ähnlich wie Verkehrsteilnehmer ihr Smartphone nutzen, um Informationen über Staus auszutauschen. Die Software wurde den Angaben zufolge zudem mit einem speziellen Schutz gegen Hackerangriffe ausgestattet.
Nach Angaben von Raytheon könnte das aufgerüstete iPhone auch Rettungskräfte und Feuerwehr bei Katastropheneinsätzen unterstützen. Sowohl beim Militär als auch bei zivilen Firmen gebe es eine starke Nachfrage, sich die Neuerungen durch die mobilen Multimedia-Geräte zunutze zu machen, erklärte der Rüstungskonzern, der nach eigenen Angaben bei der Entwicklung neuer Anwendungen eng mit Apple kooperiert. Das auf Rüstungssysteme spezialisierte Unternehmen verbuchte 2008 einen Umsatz von 23,2 Milliarden Dollar (16,1 Milliarden Euro).
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