01.04.2005
Schnüffler in der Hosentasche: Das Geruchs-Handy kommt
Im letzten Sommer war bereits von einem Handy berichtet worden, das riechen kann. Nun gibt es einen ersten Prototypen: Dieses Handy soll nicht nur riechen können, sondern auch selbst Gerüche aussenden.
Auf dem weltweiten Handymarkt ist die berühmte "eierlegende Wollmilchsau" mittlerweile eher die Norm als die Ausnahme. Moderne Handys können so ziemlich alles - von bürotauglichen Funktionen wie dem Schreiben und Versenden eines PDF-Dokuments oder nützlichen Features wie dem Synchronisieren der Kalenderdaten mit dem Rechner mal abgesehen: Handys zählen Kalorien, stoppen den 100-Meter-Lauf, drehen Videos, spielen die Lieblings-MP3s ab und lassen sich schon bald durch Schüttelbewegungen steuern.
Die meisten dieser Innovationen wurden allerdings nicht zuerst in Europa gezeigt, sondern in Asien, wo Konzerne wie Samsung oder Sony Ericsson beinahe monatlich neue, ungewöhnliche Geräte präsentieren. Da verwundert es kaum, dass auch der finnische Handygigant Nokia nach seinen zuletzt vorgestellten Designer-Handys neue Wege beschreiten will und sich ähnlich wie viele asiatische Hersteller zunehmend "Special Interest Groups" widmet.
Nach neuesten Forschungen wird das Handy der Zukunft eine brennende Zigarette nicht nur erschnüffeln, sondern selbst auch so riechen können.
Schon im vergangenen Sommer war berichtet worden, dass Nokia zusammen mit dem Münchner Siemens-Konzern an einem Handy arbeitet, das riechen kann. Das innovative Gerät soll nicht nur Alkohol- oder Knoblauchfahnen erschnüffeln können, sondern auch als Rauchmelder oder Ozonwarner arbeiten können, so die entsprechenden Presseberichte vom August letzten Jahres. Zunächst müsse allerdings noch an der Entwicklung sensibler Gas-Sensoren gearbeitet werden, hieß es.
Nun haben die findigen Münchner bekannt gegeben, dass ein Prototyp des Geräts bereits fertiggestellt wurde. Das Geruchs-Handy soll den Angaben zufolge nicht nur nach einem kurzen Anhauchen die Promillezahl ausgeben, also Gerüche erspüren, sondern selbst auch Düfte produzieren können. Dazu sei neben den Gas-Sensoren eine weitere kleine Kammer angelegt worden, die synthetische Düfte aussendet, und zwar Siemens zufolge in einer "High Similar Version": Das heißt, die Düfte sollen täuschend echt wirken.
Siemens hat bereits vier solcher Geruchskammern in ein Nokia-Handy implementiert, deren Zusammenstellung künftig unter Umständen sogar der Kunde wird bestimmen können. Zur Auswahl stehen bislang "Soirée", ein frischer Parfümduft, "Brasilia", ein Duft von Kaffee und Gräsern, "Musk", ein sportlicher Moschusduft und "Smoky". Diese nach einer frisch angezündeten Zigarette riechende Duftmischung sei insbesondere dazu gedacht, potenziellen nichtrauchenden Verehrern auf sanfte Art mitzuteilen, dass man sie "nicht riechen" kann, so die Mitteilung. Weitere Duftmischungen seien in Vorbereitung.
Zu einem möglichen Markteinführungsdatum schweigen sich beide Hersteller noch aus.
Update: April, April - aber nicht die ganze Nachricht war ein Aprilscherz. Das Geruchs-Handy soll es wirklich geben, die Forschungen waren kein Hirngespinst der Redaktion. Dass Handys künftig allerdings selbst Gerüche aussenden können, gehört (noch) ins Reich der Fabel.












