08.12.2008
Neuartiges Handynetz wird in Deutschland getestet
In den Innenstädten Berlins und Dresdens wird das Handynetz der übernächsten Generation getestet. In fünf bis zehn Jahren soll via Handy ein Speed erreicht werden wie heute mit DSL.
Dresden (red) - Seit April 2007 untersucht ein Projekt innovative Mobilfunkverfahren für die Zukunft. "Diese Verfahren sind schon viel diskutiert worden, existieren bisher aber nur auf dem Papier. Hier in Dresden setzen wir die Theorie in die Praxis um und entwickeln das Handynetz der übernächsten Generation", so Gerhard Fettweis von der Technischen Universität Dresden (TUD)
Der 46-jährige ist Professor am Vodafone Stiftungslehrstuhl Mobile Nachrichtensysteme der TUD. Gemeinsam mit 70 Wissenschaftlern und Industrieunternehmen forscht er in einem weltweit einmaligen Testprojekt an schnelleren Handynetzen. Zusammen mit T-Mobile, Vodafone und anderen Industriepartnern, wie Alcatel-Lucent, Ericsson, Kathrein, Signalion, Comneon und Actix, wird an Zukunftstechnologien gearbeitet. Am Freitag, dem 5. Dezember 2008, wurden erste Forschungsergebnisse in Dresden vorgestellt.
"Im Kern geht es darum, in der Zukunft größere Datenmengen für Gespräche, aber vor allem für Bilder, Videos und andere multimediale Anwendungen bereitzustellen, und das bei weniger Kosten und geringerem Energieverbrauch", so Patrick Marsch, technischer Projektleiter an der TUD. Deswegen forscht man heute an innovativen Mobilfunkkonzepten, die voraussichtlich erst in fünf bis zehn Jahren produktreif sein werden. Das deutsche Projekt nennt sich EASY-C (Enablers for Ambient Services and Systems - Teil C - Zellularer Mobilfunk) und ist nach Angaben der Initiatoren das weltweit erste Projekt, in dem die Konzepte nicht nur theoretisch erforscht, sondern auch unter praktischen Bedingungen in den Innenstädten Dresdens und Berlins getestet und untersucht werden.
Die gestiegenen Erwartungen an mobile Endgeräte und Handynetze stellen Hersteller und Netzbetreiber vor die Herausforderung, höhere Datenraten und schnellere Netze zu installieren. Im Vergleich zu den Übertragungsraten vor zehn Jahren sind die heutigen Möglichkeiten heute recht gut - doch was den Forschern vorschwebt, ist viel mehr. "Man kann damit rechnen, dass in etwa fünf bis zehn Jahren ein Internetzugang mittels Mobilfunk möglich ist, der ähnlich schnell ist wie das heutige DSL", sagt Gerhard Fettweis.
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