29.09.2006
Die BenQ-Siemens-Pleite: Ein abgekartetes Spiel?
Nach einem Jahr lief die Bestandsgarantie für die ehemaligen Siemens-Beschäftigten aus, und genau dann meldet BenQ Mobile Insolvenz an. Doch das ist nicht der einzige Punkt, der Beobachter die Pleite der Handysparte misstrauisch verfolgen lässt.
Am gestrigen Donnerstag wurde bekannt, dass die BenQ-Handysparte BenQ Mobile Insolvenz anmelden muss. Damit sind nicht nur 3000 Arbeitsplätze in Gefahr, es würde außerdem der letzte deutsche Standort, an dem Handytechnologie entwickelt wird, aufgegeben. BenQ Mobile will nach eigenen Angaben weiterhin Handys bauen, allerdings in Asien - zu erheblich günstigeren Konditionen, zumal der taiwanesische Konzern dort auf eigene Ressourcen zurückgreifen kann.
Diese Entwicklung stimmt aus zweierlei Gründen bedenklich. Zum einen hat BenQ für die Siemens-Handysparte nichts zahlen müssen; im Gegenteil, Siemens hat 350 Millionen Euro gezahlt, damit BenQ die defizitäre Handysparte übernimmt. Zwar ist es nicht unüblich, dass Firmen zu einem nur symbolischen Preis abgegeben werden, wenn zu erwarten ist, dass das Geschäft in den nächsten Jahren mehr Geld frisst als einnimmt. Doch eine derart hohe Summe ist äußerst ungewöhnlich, wie am Donnerstag verschiedene Experten bestätigten.
Zum zweiten stimmt der Zeitpunkt der Pleite viele Beobachter misstrauisch. Denn die Siemens-Beschäftigten hatten für ihre Arbeitsplätze nur eine Bestandsgarantie von einem Jahr bekommen, und genau dieses eine Jahr ist jetzt vorbei. Es ist also durchaus möglich - wenn auch nicht belegbar -, dass es Siemens in Absprache mit BenQ von vornherein darauf angelegt hatte, die defizitäre Handysparte möglichst elegant und günstig loszuwerden. Und auch BenQ profitiert von dem Deal: Dass der Name jetzt in Deutschland etwas angeschlagen ist, kann dem Konzern ziemlich egal sein, denn die wichtigen Märkte für BenQ liegen woanders. Und Handys bauen kann man in Asien günstiger.












