22.07.2009
Münchens neues Glasfasernetz steht Konkurrenten offen
In der bayerischen Metropole wird seit März kräftig gebuddelt: Das neue Glasfasernetz mit bis zu 10.000 Mbit/s entsteht in den ersten beiden Stadtteilen. Es soll auch den Wettbewerbern offen stehen.
München (red) - Die Stadtwerke München (SWM) haben Anfang März mit dem flächendeckenden Anschluss der ersten beiden Münchner Stadtteile an ein Glasfasernetz begonnen. Es bietet ein Vielfaches der Leistungsfähigkeit des heutigen Standard-DSL-Anschlusses und damit völlig neue Anwendungsmöglichkeiten, die die Münchner vom Lokalmatadoren M-net oder von einem anderen Anbieter beziehen können.
In München gibt es schon jetzt ein Glasfasernetz, das die Stadtwerke für den unternehmensinternen Datenverkehr nutzen. Rund 140.000 Kilometer Glasfaser liegen in den Böden der Stadt. Die freien Ressourcen in diesem Netz nutzt der Münchner DSL Anbieter M-net heute schon. Die neu von den SWM verlegten Glasfaserleitungen werden nach Angaben des Anbieters Daten mit bis zu 10.000 Megabit pro Sekunde übertragen und so das 200fache herkömmlicher Kupferleitungen leisten können.
Das SWM-Netz endet jedoch für Privatkunden bislang in den Hauptverteilern der Deutschen Telekom, wo die Datenübertragung auf herkömmliche Kupferleitungen umgeleitet wird. Im Rahmen der Ausbau-Offensive werden jetzt die einzelnen Häuser direkt mit Glasfaser angeschlossen, das sei in rund 600 Fällen seit Ausbaubeginn bereits geschehen. Innerhalb von fünf Jahren soll schrittweise in etwa der Bereich innerhalb des Mittleren Rings vernetzt werden.
M-net als Netzbetreiber will gewährleisten, dass dem Verbraucher die Wahl des Diensteanbieters offen steht und keinerlei Einschränkungen existieren werden. Das bedeute im Umkehrschluss, dass M-net jeglichen Dritten den Zugang zum Glasfaser-Netz in einem Open Access Modell diskriminierungsfrei und transparent zu gleichen Bedingungen zur Verfügung stellen werde. Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, der sich vor Ort über das Projekt informierte, lobte diese Absicht - die freilich primär finanziellen Erwägungen entstammen dürfte.












