01.02.2012
Breitband-Verfügbarkeit jetzt bei 99,5 Prozent
Lange Zeit hatten deutsche Haushalte schnelle Internet-Zugänge im internationalen Vergleich nur unzureichend zur Verfügung. Das hat sich inzwischen geändert, zumindest wenn man einen Zugang mit 1 Mbit als schnell ansieht.
Berlin (red) - Inzwischen nutzen fast vier von fünf Haushalten (78 Prozent) einen Breitband-Zugang ins Netz. Damit hat sich die Zahl dieser Anschlüsse seit 2004 mehr als vervierfacht und beträgt nun 31 Millionen. Deutschland liegt inzwischen diesbezüglich über dem europäischen Schnitt, auf Rang 6. Dies gab der Branchenverband Bitkom am Dienstag in Berlin bekannt. Basis seien neue Zahlen von Eurostat.
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder führt den Zuwachs sowohl auf die Breitband-Strategie des Bundes als auch auf die Investitionen der Netzbetreiber zurück. Internet-Zugänge mit mindestens 1 Mbit/s seien in Deutschland inzwischen für über 99 Prozent der Haushalte verfügbar. Immerhin jeder fünfte Haushalt nutze dieses Angebot allerdings nicht.
Ein schnelles Netz ist unverzichtbar.(Foto/Abb.: freeday / Pixelio.de)
Laut Bundesnetzagentur haben die TK-Unternehmen zwischen 1998 und 2010 über 93 Milliarden Euro in den Ausbau der Netze investiert. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland sei die flächendeckende Verfügbarkeit von schnellen Internetverbindungen unverzichtbar, sagte Rohleder. Wichtige Zukunftsprojekte wie intelligente Strom- und Verkehrsnetze seien auf ein leistungsfähiges Breitbandnetz angewiesen.
Die Bundesregierung will durch ihre Breitbandstrategie den Ausbau der Infrastruktur beschleunigen. Ein Baustein ist der Ausbau der Mobilfunknetze mit dem neuen Standard LTE (Long Term Evolution), um verbleibende "weiße Flecken" in der Breitbandversorgung zu schließen. In einem zweiten Schritt soll die Entwicklung zu deutlich höheren Geschwindigkeiten forciert werden. Im Jahr 2014 sollen 75 Prozent aller Haushalte Zugang zu Anschlüssen mit mindestens 50 MBit/s haben.
Eurostat führt jährliche Erhebungen zur ITK-Nutzung in Haushalten und in Unternehmen durch. EU-weit liegt die Stichprobe für die Befragung bei über 200.000 Personen. Breitband richtet sich laut Eurostat nach der Art der Internet-Verbindung, nicht nach der Geschwindigkeit. Zu den Breitband-Technologien gehören beispielsweise DSL, ADSL, VDSL, Kabel, Satellit sowie UMTS, falls mobiles Breitband vor Ort verfügbar ist und die zur Nutzung notwendigen Voraussetzungen (entsprechendes Gerät, Vertrag mit Haushaltsmitglied) vorliegen.
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